PRESSEMITTEILUNG


Trittin und Klimmt unterstützen autofreien Tag

Bundesumweltminister und Bundesverkehrsminister rufen Städte und Gemeinden zur Teilnahme auf / Mehr als 300 Kommunen in Europa beteiligen sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) haben gemeinsam alle Kommunen aufgerufen, sich an dem europaweiten autofreien Tag "In die Stadt - ohne mein Auto!" am 22. September zu beteiligen. Gleichzeitig unterstreichen sie die Wichtigkeit eines "attraktiven Angebots des ÖPNV und einer auf freiwillige Teilnahme möglichst vieler BürgerInnen gerichteteten Öffentlichkeitsarbeit" als wesentliche Erfolgsfaktoren für den Aktionstag. 40 deutsche Städte und Gemeinden haben bisher ihre Teilnahme zugesagt, europaweit sind es über 300 Kommunen. Viele weitere stehen kurz vor einer Entscheidung. Schwerpunkt des europäischen Aktionstages ist vielerorts der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV). Von A wie "Autofreies Einkaufen" bis Z wie "Zukunftsmeile" wird das Augenmerk auf Alternativen zum eigenen Auto gelenkt. Sei es nun mit dem umweltverträglichen Solarmobil, dem Lasten- oder Liegerad oder der Skater-Demo - Ziel ist stets, an einem ganz gewöhnlichen Werktag alternative Wege in die Stadt aufzuzeigen und die Vorteile einer stadtverträglichen Mobilität zu präsentieren. Dabei sollen an diesem Tag für alle, die zu Fuß, per Rad, mit Bus oder Bahn in die Stadt kommen, Teile der Innenstädte oder größere Straßenzüge reserviert werden.

Neben den Landeshauptstädten Hamburg, München, Potsdam, Magdeburg, Mainz und Wiesbaden haben viele kleinere Kommunen ihr Mitmachen angekündigt. Bei einer Befragung durch das Hamburger Abendblatt Anfang des Jahres waren 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dafür, einmal im Jahr einen freiwilligen autofreien Tag einzuführen.

Fußgänger sind gut fürs Geschäft
Der Befürchtung vieler Einzelhändler, autofreie Straßen könnten sich negativ auf das Geschäft auswirken, setzt Edmund Flößer von der Europäischen Geschäftsstelle des Klima-Bündnis Erkenntnisse aus diversen Studien entgegen. "Insbesondere der Einzelhandel in Stadtteilzentren lebt von Radfahrern und Fußgängern aus der direkten Umgebung. In Mainz, das unter dem Motto "Bummeln ohne Ende" eine der großen Innenstadt-Geschäftsstraßen für den Autoverkehr sperrt, jubelte der Einzelhandel sogar: "Endlich sind wir auch einmal Fußgängerzone!" Und das baden-württembergische Ditzingen plant unter dem Motto "Einkaufsspaß ohne Auto" einen Lieferservice mit Lastenfahrrädern - eine Gemeinschaftsaktion von United Parcel Service (UPS), örtlicher Realschule und evangelischem Jugendwerk.
 
Zwischen Weltkinder- und Weltherztag
Dass der europaweite autofreie Tag zwischen dem Weltkindertag am 20. September und dem Weltherztag am 24. September liegt, empfindet Flößer vom Klima-Bündnis als günstiges Omen: "Das setzt für unseren Tag die richtigen Akzente: Die Städte auch für unsere Kinder wieder lebens- und liebenswerter zu machen und dabei etwas gegen die gesundheitsschädigenden Umweltbelastungen in Verkehrsballungszentren zu tun." Neben der Attraktivität des ÖPNV bilden Aktionen für und mit Kindern und Schulen eindeutig den Themenschwerpunkt in diesem Jahr.

In Frankreich bereits zum dritten Mal autofrei
Initiiert von der französischen Umweltministerin Dominique Voynet, hatte es mit "En ville, sans ma voiture?" ("In die Stadt, ohne mein Auto?") in Frankreich 1998 zum ersten Mal einen autofreien Tag gegeben. Ein Jahr später, im September 1999, hatte sich die Zahl der teilnehmenden Städte fast verdoppelt (66), und auch Italien stieg mit ins Boot. In diesem Jahr findet der autofreie Tag nun erstmals europaweit und mit Unterstützung der Europäischen Union statt. Der Präsident der EU-Kommission, Romani Prodi, sowie EU-Umweltkommisssarin Margot Wallström nehmen - wie schon 1999 - auch diesmal daran teil.

Koordination in Deutschland
Auf deutscher Seite ist die Europäische Geschäftsstelle des Klima-Bündnis verantwortlich für die Organisation des Aktionstages. In dieser Partnerschaft zwischen europäischen Kommunen und indigenen Völkern der Regenwälder Amazoniens haben sich über 850 europäische Städte und Gemeinden zusammengeschlossen, um lokal effektiver für den Klimaschutz zu arbeiten. Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr zugunsten des (ÖPNV) zu verringern und den Fußgänger- und Radverkehr aktiv zu fördern.

Weitere Informationen:
Edmund Flößer, fon 069-70790083