Mit der Trennung des Kölner Stadtbahnnetzes in ein ausschließlich
mit Niederflurfahrzeugen und ein mit Hochflurfahrzeugen bedientes Teilnetz
wurde der Ebertplatz zu einem der Haupt-Umsteigepunkte.
Die Anzahl der Umsteiger übertrifft hier im Normalverkehr (bis Oktober
2006) die Anzahl der Ein- und Aussteiger bei Weitem. So war mit der Entscheidung
der Netzteilung schon damals die Zusa-ge verbunden, den Ebertplatz umsteigefreundlich
auszubauen.
Es wurde eine Lösung in Aussicht gestellt, die über eine
Verlegung von Gleisen und einer Ver-breiterung der mittleren Bahnsteige
eine stufenlose Überbrückung des Höhenunterschiedes er-möglichen
sollte (Veränderung des Gleisniveaus, Gefälle im Bahnsteig).
Die bisher von der KVB vorgelegten Umbaupläne lösen dieses Versprechen
nicht ein.
Für Umsteiger bedeuten sie gegenüber der heutigen Situation sogar
eher eine Verschlechterung. Der Höhenunterschied von 55cm wird hiernach
allein durch an wenigen Stellen angebotene Stufen und durch parallel zum
Bahnsteig geführte Rampen überbrückt. Diese Rampen und die
in der Bahnsteigmitte angeordneten Aufzügen stellen Barrieren dar, die
den schnellen direkten Wechsel von Bahn zu Bahn erheblich erschweren. Insgesamt
werden die angebotenen direkten Querungs-möglichkeiten nicht annähernd
dem starken Aufkommen an Umsteigern gerecht. Für die meisten Fahrgäste
wird das Stufensteigen nur von der Bahnsteigkante auf die Bahnsteigmitte
verschoben. Ein stufenfreies Umsteigen ist nur bei Inkaufnahme erheblicher
Umwege möglich. Letztlich wird das Alibi eines an nur einer Stelle möglichen
stufenfreien Umstiegs mit erheblichen Barrieren und Umwegen für alle
Fahrgäste erkauft.
Die Standorte der Aufzüge sind aus zwei Gründen ungünstig
gewählt: Zum Einen bilden sie ge-meinsam mit den parallelen Rampen Querungshindernisse.
Zum Zweiten enden sie in einem we-nig frequentierten Durchgang zwischen zwei
Grünanlagen. Hier gibt es keine soziale Kontrolle und auch keine Service-Einrichtungen
für KVB-Kunden. Eine Durchbindung zur Straßenebene ist nicht vorgesehen.
Die Bushaltestellen sind nur über Rampen zu erreichen.
Der VCD hält den Umbau der Haltestelle entsprechend der vorliegenden
Planung für eine Fehlin-vestition. Die Erleichterung für die Fahrgäste
wird so nicht erreicht. Der VCD fordert die KVB auf, die Pläne vor allem
in den folgenden Punkten zu überarbeiten:
1.)Es sollten alle (!) technischen Möglichkeiten genutzt werden, um
die Anzahl der Stufen und die Länge der notwendigen Rampen auf den Bahnsteigen
zu minimieren. Eine Überbrückung des Hö-henunterschieds von
55 cm allein durch Stufen und parallel zum Bahnsteig geführte Rampen
stellt keine fahrgastfreundliche Lösung dar. Mögliche andere Aspekte
sollten sich der o.g. Zielsetzung unterordnen.
2.)Die Aufzüge sollten an das südlich Ende der Bahnsteige neben
die Treppenanlagen verschoben werden. Dies hätte gleich drei Vorteile:
Die ohnehin zur Erreichung der Rolltreppen notwendigen Rampen könnten
für die Aufzüge mit genutzt werden. Über die Aufzüge
würde die Serviceebene der KVB (Schalter, Kiosk usw.) erreicht. Der
Umbau wird einfacher, weil die Aufzüge in ohnehin vorhandenen Nebenräumen
der KVB münden. Die Möglichkeit eine Durchbindung bis auf die Straßenebene
wäre zu untersuchen. In jedem Fall wären die von der Serviceebene
ins Freie füh-renden Rampen stufenlos umzugestalten. Diese Maßnahme
ist unabhängig vom Aufzugstandort erforderlich, um Mobilitätsbehinderten
endlich die Nutzung der KVB-Serviceebene am Ebertplatz zu ermöglichen.
VCD Köln und Umgebung e.V.