Der Kreisverband Köln und Umgebung des umweltfreundlichen Verkehrsclubs
Deutschland sieht den Umbau der zentralen Haltestelle Ebertplatz mit einem
lachenden und einem weinenden Auge.
Die Verbreiterung der Bahnsteige, der Einbau der Aufzüge und das barrierefreie
Ein- und Aussteigen waren Grundvoraussetzungen für die Einführung
des Niederflurnetzes in Köln.
Die tragische Folge dieser sinnvollen Maßnahme ist eine neue Barriere
längs der neuen Bahnsteige. Mittels Treppen und Rampen mit
Geländern werden die Bahnsteige mittig gebrochen. Die Bautechniker wollen
so den Unterschied vom 35cm Bahnsteig zum 90cm Bahnsteig überwinden.
„Mit deren Überwindung werden neue Barrieren geschaffen“,
so Roland Schüler vom VCD Köln. „Heute sind die Bahnsteige
auf gleichen Niveau und können zügig und flott überquert werden.
Das ist beim Umsteigen ganz wichtig.
Nach dem Umbau sind Treppen, Geländer, Rampen im Weg und ein einfaches
Überqueren ist nicht möglich.“
Es wäre auch anders gegangen. Die technischen Probleme innerhalb der
unterirdischen Station sind zwar da, sie waren auch eine Herausforderung.
Doch sie sind lösbar gewesen.
Das hat der VCD Köln wie auch die FDP-Fraktion im Kölner Rat aufgezeigt.
Doch leider haben weder Verwaltung, KVB noch die anderen Ratsparteien diese
Wege aufgegriffen. „Wir schaffen jetzt mit teurem Geld einen Umbau,
der uns die nächsten 20 Jahre nur stören wird und die Verbesserungen
mindern wird“, so das Fazit von Roland Schüler.
Für die angekündigte Sperrung der Haltestelle während des
Umbaus fordert der VCD eine umfassende und hochwertige Öffentlichkeitsarbeit.
(Und nicht so ein Desaster wie zur Sperrung der Strecke Dom/Hbf und Ebertplatz
im Sommer 2006)
Die Beeinträchtigungen und Behinderungen für die Fahrgäste
müssen so gering wie möglich gehalten werden. Daran darf die KVB
nicht sparen. (So gab es Pläne aus Kosten- und anderen Gründen
die Ringlinien schon am Friesenplatz statt Hansaring enden zu lassen)
Für die wichtige Haltestelle Barbarossaplatz im Süden der Stadt
liegen leider noch keine Pläne für einen Umbau und eine Verbesserung
der Umsteigewege vor. Das muss schleunigst geändert werden. Damit
der Umbau auch barrierefrei und fahrgastfreundlich erfolgt, sollte der VCD
und andere Fachleute frühzeitig einbezogen werden. Sonst gibt es hier
die nächste Behinderung.
Roland Schüler
VCD Köln und Umgebung e.V.