Aufräumen im Nummernsalat- Vorschlag für eine übersichtlichere Liniennummerierung bei der Kölner Stadtbahn

Vielfach ist zu hören, dass nicht nur Ortsunkundige Probleme mit der Begreifbarkeit des Kölner Stadtbahnnetzes haben. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt die nicht immer logische Art der Liniennummerierung: Linien mit ähnlichen Streckenführungen haben manchmal ganz unterschiedliche Nummern, andere Linien fahren nur wenige Stunden am Tag und das auch noch exakt über die Strecke einer anderen Linie, werden aber trotzdem als etwas Eigenständiges dargestellt.

Ziel des hier dargestellten Änderungsvorschlages ist es, das Liniennetz der Kölner Stadtbahn durch Veränderungen bei der Liniennummerierung begreifbarer zu machen.
Wichtig dabei: Der Vorschlag dient alleine der Verbesserung der Übersichtlichkeit. Er dient nicht einer Veränderung des Angebotes, es würden nach seiner Umsetzung genauso viele Bahnen fahren wie vorher.

Das beste positive Beispiel, was erreicht werden soll, ist bereits heute die Linie 1.
Sie umfasst die Hauptlinie Weiden – Bensberg und Zusatzfahrten im Berufsverkehr auf Teilstrecken. Hier käme keiner auf die Idee, für diese Fahrten eine eigene Liniennummer zu fordern. Warum auch – viele Nutzer müssten dann auf zwei Fahrpläne für dieselbe Streckenverbindung schauen, und das Nahverkehrsnetz wäre durch eine zusätzliche Linienbezeichnung unnötig verkompliziert.
Genau derartige nicht zufrieden stellende Situationen gibt es aber auf anderen Strecken des Kölner Stadtbahnnetzes.
Das erste Ziel ist es also, derartige Zusatzfahrten in den Fahrplan der zugehörigen Hauptlinie zu integrieren.

Noch übersichtlicher wäre das Netz, wenn Linien, die über längere Abschnitte gemeinsam fahren, aufeinander folgende Nummern besäßen – heute schon z.B. bei den Linien 3 und 4 so realisiert. Dann wäre die Zusammengehörigkeit dieser Linien besser herausgestellt. Das zweite Ziel ist es damit, zusammengehörende Linien – die heute schon in den Netzplänen mit ähnlichen Farben dargestellt werden – auch mit direkt aufeinander folgenden Nummern zu bezeichnen.

Gleichzeitig wird auch das Ziel verfolgt, sowenig wie möglich zu ändern, um teilweise seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit verankerte Linienbezeichnungen nicht ohne Not „zu opfern“.

Als Zeitpunkt für eine Umsetzung des hier skizzierten Konzeptes bietet sich der Fahrplanwechsel nach Aufhebung der Sperrung des Innenstadttunnels im Sommer 2007 an. Zu diesem Zeitpunkt wird das Liniennetz in größerem Rahmen neu geordnet, d.h. die Fahrgäste müssen sich sowieso auf neue Situationen einstellen. Dies bedeutet eine große Chance zur Verbesserung der Übersichtlichkeit, die genutzt werden sollte! Einige weitere Veränderungen werden erst nach Eröffnung der Nord-Süd-Stadtbahn in einer zweiten Projektstufe relevant (s. Langfassung dieses Konzeptes).

Die vorgeschlagenen Änderungen für Sommer 2007 werden im Folgenden dargestellt.
Linie 8
Die Liniennummer 8 bezeichnet derzeit paradoxerweise zwei Streckenverläufe, die beide nur zu manchen Zeiten fahren: Zum einen die Relation zwischen Bahnhof Deutz und Universität parallel zur Linie 9, zum anderen fünf morgendlichen Fahrten von Porz in die Innenstadt parallel zur Linie 7. Hier liegt es auf der Hand, die Fahrten jeweils in den Fahrplan der Linien 9 und 7 mit aufzunehmen.
Anmerkung: Die Darstellung der Linie 8 ist heute insgesamt stark irritierend, da es u.a. keine einzige Fahrt zwischen Zentrum und Porz gibt, sondern nur Fahrten in der Gegenrichtung. Dies führte z.B. während der Fußball-WM, als die englischen Fans zu großen Teilen auf den laut Netzplan angeblich per Linie 8 erreichbaren Poller Wiesen feierten, zu vielfacher Desorientierung.
Ringlinien (6, 11 und 15)
Die Linien 6 und 15 fahren auf derselben Strecke. Sie sollen daher zu einer neuen Linie 11 zusammengefasst werden. Damit würden auf der Ringbahn zwei Linien mit aufeinander folgenden Nummern (11 und 12) fahren.
Anmerkung: Der auf dem Netzplan dargestellte alleinige Abschnitt Longericher Straße – Longerich Friedhof der Linie 6 impliziert eine eigenständige Strecke, die es aber nicht gibt: Die Haltestelle Longerich Friedhof bezeichnet lediglich die Wendeschleife der Linie 6 unmittelbar hinter der Haltestelle Longericher Straße.
Linie 19
Die Linie 19 fährt parallel zur Linie 18. Ihre Nummer ist ein Relikt aus der Zeit, in der Linienführungen von der Luxemburger Straße sowohl über Ringstrecke als auch über Neumarkt existierten. Während der Tunnelsperrung wird die Bezeichnung noch benötigt, da die Linie 18 über die Ringe umgeleitet wird, die Linie 19 aber nicht. Anschließend ist eine eigene Bezeichnung nicht mehr erforderlich.
 
Dipl.Ing. Christoph Groneck

November 2006

VCD Köln und Umgebung e.V.