Anbindung des Kölner Nordens während der zehnmonatigen U-Bahn-Sperrung

Kompensationsmöglichkeiten – erstellt im Juni 2006 für den VCD Köln und Umgebung
von Dipl.Ing. Verkehrstechnik Christoph Groneck

- Hintergrund:
Während der zehnmonatigen Sperrung des zentralen Stadtbahntunnels zwischen den Haltestellen Breslauer Platz und Dom/Hbf kann zwischen den nördlichen Stadtteilen und dem Hauptbahnhof nur noch ein „Notbetrieb“ mit einer Fahrt alle zehn Minuten von Buchheim bis in die provisorische U-Bahn-haltestelle Breslauer Platz und zurück aufrechterhalten werden. Die Stadtbahnlinien 16 und 18 werden dagegen über die Ringe umgeleitet. Eine Verdichtung des Angebotes in die provisorische Haltestelle Breslauer Platz ist wegen knapper Kapazitäten nicht möglich. Damit wird die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofes und der Innenstadt aus nördlicher Richtung erheblich erschwert. Einige kompensatorische Maßnahmen scheinen daher unabdingbar.

-Maßnahmen Stadtbahn:
Oberstes Ziel sollte es sein, die betroffenen Stadtbahnfahrgäste offensiv auf vorhandene Fahrtalternativen hinzuweisen. Diese sind in erster Linie:
-    die Stadtbahnlinie 13 über den Gürtel mit direkter Anbindung an die RE-Bahnhöfe Köln-Ehrenfeld und Köln-Mülheim,
-    die Umsteigemöglichkeit zu allen S-Bahnen am Hansaring,
-    die Umsteigemöglichkeit zur Stadtbahn Richtung Innenstadt am Friesenplatz (Linien 3, 4, 5),
-    die Umsteigemöglichkeit zur Ost-West-Achse am Rudolfplatz und
-    aus dem Rechtsrheinischen die direkten Fahrtmöglichkeiten Richtung Innenstadt und Bahnhof Deutz mit den Linien 3 und 4.

Um diese Informationen prägnant darstellen zu können, sollte eine entsprechende Kampagne geplant und durchgeführt werden. Da es sich bei den Alternativen in erheblichem Maße um Umsteigemöglichkeiten über die Ringbahn und die Gürtelbahn handelt, käme quasi nebenbei ein positiver Nebeneffekt dazu: die veränderten Umsteigemöglichkeiten nach der Liniennetzumstellung vom Dezember 2003, insbesondere durch die Führung aller Linien von Nippes auf die Ringbahn, könnten nochmals kommuniziert werden – aus Gewohnheit steigen viele Fahrgäste heute nach wie vor am Ebertplatz und dann noch einmal am Neumarkt um, obwohl sie ihre Ziele auch mit nur einem Umstieg über Friesenplatz oder Rudolfplatz erreichen könnten.

-Maßnahmen Busnetz:
Am Ebertplatz enden heute die Buslinie 134 und 148. Umsteiger aus diesen Linien werden während der Tunnelsperrung die Engpässe zwischen nördlichen Stadtteilen und dem Hauptbahnhof bzw. der Innenstadt verstärken.
Da die Linie 148 auch den S-Bahnhof Hansaring bedient, ist bei dieser Linie eine Kompensation sekundär.
Bei der Linie 134 wäre dagegen auf einfache Weise eine Verbesserung der Situation erzielbar: Die Linie könnte wie auf dem beiliegenden Plan dargestellt ab Zoo/Flora statt zum Ebertplatz über die Rheinuferstraße zum ZOB Breslauer Platz fahren und auf diese Weise eine neue Direktverbindung zum Hauptbahnhof sowie – mit Abstrichen per Fußweg durch den Bahnhof – zur Innenstadt anbieten. Auf diese Weise würde auch das Aufkommen von Umsteigern am Ebertplatz reduziert werden.
Aufgrund der direkten Linienführung erscheint eine solche Umlegung ohne zusätzliche Fahrzeuge machbar. Von den Bauarbeiten am Breslauer Platz wäre eine solche Route unabhängig, da der ZOB von der Rheinseite aus erreicht werden würde. Abzuwägen wäre die Aufgabe der Bushaltestelle Worringer Straße, die aber im Einzugsbereich der U-Bahnhaltestelle Reichenspergerplatz liegt.
Während der Tunnelsperrung könnten Erkenntnisse gewonnen werden, ob eine solche Maßnahme rein temporär zu betrachten wäre oder nach Wiedereröffnung des Tunnels analog der erfolgreichen Verlängerung der Linie 133 zum ZOB Breslauer Platz fortgeführt werden sollte.

19.06. 2006

VCD Köln und Umgebung e.V.