Aus Richtung Ehrenfeld z.B. endet der Fahrradweg unvermittelt in der
Magnusstraße am Römerturm. Die verbleibende Strecke bis zum
Hauptbahnhof dürfen Radfahrerinnen und Radfahrer sich ihren Weg durch
den Autoverkehr kämpfen.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Neuehrenfeld endet die
Fahrradtrasse Richtung Innenstadt sogar schon hinter dem Inneren Grüngürtel.
Trotz breiter, zum Schnellfahren verführender Fahrbahnen fehlen Fahrradspuren
z.B. in der Christophstraße oder den anderen Straßen bis zum
Hauptbahnhof. Die Gladbacher Straße ist trotz ihrer Breite sogar
nur in eine Richtung befahrbar.
Von Deutz kommend müssen sich Radfahrerinnen und Radfahrer über
die südliche Hohenzollernbrücke, den Heinrich-Böll- und
über den Roncalliplatz konfliktreich durch dichten FußgängerVerkehr
schlängeln. Dies ist eine Situation, die von beiden Seiten viel Verständnis
und Rücksicht erfordert, auf Dauer jedoch keine Lösung darstellt.
Der zunächst auf Deutzer Seite mit einer langen Rampe für
den Radverkehr gut ausgebaute Weg über die Nordseite der Hohenzollernbrücke
endet vor dem Breslauer Platz an einer schwer überwindbaren mehrstöckigen
Treppenanlage.
Die aktuellen Baumaßnahmen rund um den Hauptbahnhof bieten die
Chance bei der Oberflächengestaltung den Radverkehr endlich angemessen
zu berücksichtigen. Die Stadt darf diese Chance auf keinen Fall verpassen.
Dies gilt für die Schaffung einer Fahrradverbindung vom Eigelstein
bzw. der Marzellenstraße über den Breslauer Platz bis zur Johannessstraße
bzw. der Fahrradstation und weiter hinunter bis zum Rheinufer.
Auf dem Kurt-Hackenberg-Platz ist der Einstieg zur notwendigen
Fahrrad-Verbindung in Richtung Süden anzulegen. Richtung Norden wird
der erste Schritt im Herbst mit der Umgestaltung des
Eigelsteins getan. Die Straße soll dann endlich für Radfahrer
in beide Richtung befahrbar sein.
Entscheidenden Bedeutung für die Erschließung der nördlichen
Innenstadt hat jedoch die Schaffung einer durchgehender Fahrrad-Verbindung
von Ehrenfeld bzw. Neuehrenfeld über den Hauptbahnhof zum neuen Entwicklungsschwerpunkt
in Deutz (RTL u.a.). Das Markieren von Fahrrad-wegen auf der Zeughausstraße
bzw. Burgmauer, der Komödien-, der Gladbacher, der Christoph-,
der Gereonstraße und den Straßen Unter Sachsenhausen und An
den Dominikanern dürfte aufgrund geringer Kosten hierbei kurzfristig
realisierbar sein. Ferner dürften Konflikte mit den Interessen anderer
Verkehrsteilnehmer aufgrund der Straßenbreiten kaum entstehen.
Zur Schließung der West-Ost-Verbindung und zur Entschärfung
der Konflikte auf dem Roncalliplatz und dem Heinrich-Böll-Platz ist
es jedoch notwendig, endlich auch das Projekt einer Rampe zwischen Breslauer
Platz und der nördlichen Hohenzollernbrücke anzugehen. Der Abriss
des DB-Gebäudes hat Platz geschaffen, hier eine solche direkte Verbindung
neben den DB-Gleisen zu errichten.
Eine Stadt, die sich fahrradfreundlich nennen möchte, darf nicht
die meist nachgefragten Ziele bei der Radverkehrsplanung aussparen. Ohne
eine durchgehende West-Ost-Trasse Ehrenfeld-Hauptbahnhof-Deutz hat der
Radverkehr in der nördlichen Innenstadt und damit auch die neue Fahrradstation
keine Chance.