Mit der Einführung des neuen Preissystems zum 1. Februar schafft der VRS zwei wichtige Ver-günstigungen für Familien ab:
- die kostenlose Mitnahme eines Kindes mit einem gültigen Erwachsenen-Fahrausweis
und
- den Mengenrabatt bei Mehrfahrtenkarten für Kinder.
Damit zahlen Familien nun auch schon für das erste Kind älter
als 5 Jahre.
Zusätzlich erhöhen sich die Preise für das hier zu lösende
Ticket für fast alle Fahrten innerhalb und nach Köln um 17 bis
65 %.
Ein Erwachsener, der zum Beispiel von Hürth in die Kölner
Innenstadt und zurück reist, zahlt bisher für zwei mitfahrende
7 und 11 Jahre alten Kinder nur 1,70 Euro (eine Freifahrt + 2 x 0,85 Euro
auf der Streifenkarte). Ab 1. Februar kosten ihn seine jungen Begleiter
5,60 Euro (vier Fahrten zu je 1,40 Euro, trotz Mehrfahrtenticket!). Differenz:
3,90 Euro.
Preissteigerung: 230%
Der VRS argumentiert bei der Abschaffung der Mitfahrregelung mit einer
notwendigen landesweiten Vereinheitlichung. Familienunfreundliche Einzelregelungen
in benachbarten Verkehrsverbünden dürfen jedoch nicht als landesweiter
Maßstab dienen. Gleichzeitig verweist der VRS auf die Anhebung
der tariflichen Altersgrenzen. Dies kann jedoch die genannten Nachteile
nicht ausgleichen:
Die generelle Freifahrt für Kinder unter 6 Jahren (bisher unter
4 Jahren) schafft letztlich nur Vergünstigungen in den wenigen Fällen,
wo ein Erwachsener mit mehr als einem 4- oder 5-jährigen Kind unterwegs
ist.
Die Erhöhung der Altersgrenze für den Kindertarif von 12
auf 15 Jahre bringt wenig Entlastung, da für diese Altersgruppe an
weiterführenden Schulen das Schülerticket angeboten und in Köln
gut angenommen wird. Für Grundschüler wird das Schülerticket
im übrigen nicht angeboten.
Dr. Sabine Müller vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Köln, Mutter von 3 Kindern im Alter von 6, 12 und 16 Jahren: „Die Tarifänderung belastet ganz besonders Familien mit Kindern im Grundschulalter. Für meinen Jüngsten zahle ich nun monatlich 40 Euro, weil er für jede begleitete Fahrt zur Schule 1 Euro bezahlen muss! Die beiden Großen fahren mit dem Schülerticket. Von der Anhebung der Altersgrenze haben wir überhaupt nichts.“
Die Deutsche Bahn AG geht einen anderen Weg: Seit Dezember 2002 fahren hier (außerhalb des VRS) beliebig viele Kinder bis zu 14 Jahren in Begleitung Ihrer Eltern oder Großeltern generell kostenlos.
Der Kölner Kreisverband des VCD fordert gemeinsam mit dem VCD-Landesverband NRW den VRS auf, sich für diese familienfreundliche Regelung auf Landesebene einzusetzen. Zumindest jedoch sollte die bisherige Freifahrt für ein mitfahrendes Kind beibehalten werden.
Uwe Maaßen, Sprecher des VCD-Landesverbands NRW: „Was die Bahn AG mit ihren Tarifen umsetzt, muss im Nahverkehr ebenfalls möglich sein! Hier ist auch der NRW-Verkehrsminister gefragt.“
Ferner hält es der VCD für selbstverständlich, dass auch
Vierertickets für Kinder - wie die Einzelfahrscheine - nur halb so
viel wie ein entsprechendes Erwachsenen-Ticket kosten.
Die fast durchgehende, teilweise drastische Preiserhöhung
für alle Kinder von 6 bis 11 Jahren durch den Wegfall des Streifentickets
verurteilt der VCD scharf.
Um die betroffenen Familien auf die nachteiligen Veränderungen hinzuweisen, verteilt der Kölner VCD
am Samstag, den 24. Januar 2004, ab 11 Uhr
vor der Haltestelle Neumarkt (Kiosk oberirdisch)
Hundemasken aus Pappe unter dem Motto „Tarnen Sie Ihr Kind als Hund !“.
Denn Hunde können im Unterschied zu den 6- bis 11-jährigen Kindern ab dem 1.Februar im VRS kostenlos mitgenommen werden.
Ferner fordert der VCD insbesondere betroffene Eltern auf, unter info@vrsinfo.de ihre Mei-nung zu äußern.
Der Verkehrsclub Deutschland hat bundesweit 65000 Mitglieder.
Der VCD Köln und Umgebung hat 2100 Mitglieder und setzt sich für
alle Verkehrsteilneh-mer ein, insbesondere für Fußgänger,
Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrmittel.
Mehr Infos finden Sie im Internet unter www.vcd.org oder www.vcd-koeln.de
Ansprechpartner für die Aktion am 24. 1. 2004: Roland Schüler,
Tel.: 0221-9521945
VCD Köln und Umgebung e.V.