Verkehrsbilanz zur Fußball-WM

Die KVB und die Bahn bewältigen den WM-Verkehr !
Diesmal Unterstützung durch die Verkehrszentrale!
Tolle WM-Fans und endlich auch mal gesperrte Straßen!

Die Fußballweltmeisterschaft ist Geschichte. Zeit, Bilanz zu ziehen, für das Kölner Verkehrsgeschehen.

Es hat besser geklappt als beim Weltjugendtag!

Die Verkehrsverantwortlichen der Stadt Köln haben an vielen Stellen ermöglicht, dass die KVB fahren konnten und haben endlich und rechtzeitig auch Straßen für den Autoverkehr gesperrt.

KVB kann fahren
So wurden rechtzeitig an der Ost-West-Achse rund um den Neumarkt die Überfahrten gesperrt und die Ampeln abgeschaltet. So konnten die KVB-Bahnen zügig fahren.
Dumm nur, dass sie sich dann an den roten Ampeln der Aachener Straße stauten, bis erst am Stadion die Polizei wieder für die Vorfahrt der KVB sorgte.
Fazit für den VCD:
1. Die KVB kann fahren, wenn die Stadt sie fahren lässt. Demnächst auf der ganzen Aachener Straße 
2. Der längere Bahnsteig am Neumarkt fehlte zum besseren Abfertigen der Bahnen. Der VCD fordert den ständigen Ausbau der Bahnsteige am Neumarkt.

Die MitarbeiterInnen der KVB waren Tag und Nacht für den Kunden Fußballfan unterwegs und haben ein sehr gutes Bild abgeben. Etwas bessere Informationen über Laufbänder oder Ansagen in den Bahnen hätte mehr Verständnis bei den Fahrgästen in stauenden Bahnen erzeugt.

Fußgänger erhalten endlich Platz
Nachdem die Verkehrslenkung etwas überrascht war von den Fußballfans beim Spiel England gegen Schweden, wurde reagiert.
Es zeigt sich, dass in anderen Ländern sich die Menschen den Raum holen, den sie brauchen. So gingen die ca 10.000 schwedischen Fußballfans zu Fuß von der Innenstadt nach Müngersdorf zum Stadion auf der Fahrbahn. Auch die Engländer nahmen die gesamte Deutzer Brücke  in Beschlag.
Nach dieser Erfahrung gab es in Köln endlich den entsprechenden Raum für die FußgängerInnen.  So wurde die Siegburger Straße in Deutz gesperrt, schon frühzeitig der Heumarkt und die Deutzer Brücke und auch der Weg von dem öffentlichen Fußballschauen zum Deutzer Bahnhof konnte auf der gesperrten Fahrbahn zurückgelegt werden.
Und die Welt brach nicht zusammen! Und die Autowelt erst recht nicht. Hunderttausend Menschen waren zu Fuß in der Stadt unterwegs und dürfen den Straßenraum endlich auch für sich haben.

Fazit des VCDs: Bei Großereignissen mehr Mut zum Sperren von Autostraßen, weil der Platz für die FußgängerInnen gebraucht wird.  

An vielen Orten der Stadt haben sich die Fußballfans den Straßenraum erobert, so an vielen Kneipen und Plätzen - da war Köln sehr lebenswert und lebendig. Mehr als wenn da Autos verkehren.


Großveranstaltung OHNE Parkplätze und nur mit geringem Autoverkehr 
Und noch eine bemerkenswerte Besonderheit: In Köln Deutz wurde ein Festgelände für 80.000 ZuschauerInnen eingerichtet und es gab KEINE Autoparkplätze!
Und es gab kein Autoverkehr zu diesem Ereignis!

Die An- und Abreise der 80.000 erfolgte mit der KVB, der DB, mit dem Fahrrad und zu Fuß! Etwas, für das der VCD schon immer eintrat.  Es müssen nicht immer Tausende von Parkplätzen errichtet werden, dann gibt es auch den Autoverkehr. Da wo keine Parkplätze vorhanden sind und die Menschen das wissen, dann kommen sie auch ohne Auto.  

Fazit des VCDs: Es geht auch ohne Parkplätze und dann gibt es auch keinen Autoverkehr. Und dann können Straßen gesperrt werden, die KVB kann fahren, die FußgängerInnen haben Platz und auch der Radverkehr findet seine Lücke. Mehr Mut bei den Verantwortlichen der Stadt Köln bei zukünftigen Ereignissen in Köln.



Die Deutsche Bahn überzeugte durch Verspätungen
Während der vier Wochen hat die Deutsche Bahn eine Leistung der Unpünktlichkeit beim Fern- und Regionalverkehr und auch bei der S-Bahn den Tag gelegt, die bemerkenswert war. Die schwächste Leistung in Köln!

Auch die großmäulig versprochen NRW-WM-Züge, die die Spielorte NRWS miteinander verbinden sollten, erwiesen sich als Luftblase.  Köln wurde regelrecht abgehängt. Die  WM-Linie 1 endete in Düsseldorf und die WM Linie 3 fuhr über Neuss mit längerer Fahrzeit.

Fazit: Hier gilt es viel zu verbessern.
Positiv war der Nachtverkehr zur gesamten WM und der dazu eigens herausgegebenen Fahrplan. Das hatte die KVB nicht.


Freuen wir uns auf den evangelischen Kirchentag 2007, das Robbie-Williams Konzert im August 2006 und alle weiteren Großereignisse.

Köln kann´s, kann es aber noch besser. 

Roland Schüler

05.07.2006


VCD Köln und Umgebung e.V.