Voller Stolz schaut der neun Jahre alte Felix aus dem Führerstand
eines ICE
3 und Mama macht einige Erinnerungsfotos, während die Freunde
am Bahnsteig
mit großen Augen staunen. Wir sind im Kölner Hauptbahnhof
und feiern
"Kindergeburtstag bei der Bahn". Nach Begrüßung und Gratulation
waren das
Geburtstagskind, seine Eltern, sowie sechs kleine Geburtstagsgäste
losgezogen, um die große weite Welt des Kölner Hauptbahnhofes
zu erkunden.
Fachkundige und doch kindgerechte Erläuterungen erhalten die Kinder
heute
von Lokführer Georg Schmitz, der diese Veranstaltung als VCD Aktiver
entwickelt hat und meist auch selbst leitet. Neben der Besichtigung
eines
neuen ICE stehen die Besichtigung der unterirdischer Gänge und
der
Servicezentrale, sowie kleine Spiele auf dem knapp dreistündigen
Programm.
Und da zu jedem richtigen Geburtstag Kuchen und Kakao gehören,
werden die
Kinder in einer Pause hierzu eingeladen. Die Eltern von Felix hatten
frühzeitig überlegt, welches Geburtstagsprogramm nicht nur
lustig, sondern
auch lehrreich und ohne zu großen Aufwand durchführbar sein
könnte und waren
dann im Internet auf den Kindergeburtstag im Bahnhof gestoßen.
"Ein solch
interessantes Programm für 70,- Euro ist wirklich attraktiv" urteilten
inzwischen schon viele Eltern. Die Bahn hingegen freut sich über
die
positiven Kontakte zu Kindern, die auf diesem Wege auch eine Menge
über das
Verkehrsmittel Bahn erfahren. Und wie heißt es so schön:
"Was Hänschen nicht
lernt, lernt Hans nimmermehr!
"Die Termine sind nicht vorrangig Marketing, sondern sollen auch Sicherheits
fragen vermitteln", so Lokführer Schmitz. "Leider erleben wir
täglich, dass
Kinder am Gleis spielen und sich ganz unbewußt in größte
Gefahren begeben.
Der Gedanke, dass wir mit unserem Angebot eventuell einen einzigen
Unfall
verhindern können, ist Motivation genug,- und Spaß macht
die Arbeit mit den
Kindern auch!" Georg Schmitz, Vorstandsmitglied VCD- Kreisverbandes
Aachen-
Düren, hatte schon vor längerer Zeit dieses Konzept der Kindergeburtstage
entwickelt, welches vor etwa 2 Jahren dann bundesweit an 10 großen
Bahnhöfen
eingeführt wurde. In NRW wird das Programm nun aber nur noch in
Köln und
Düren angeboten. Infos dazu bei der beauftragten Mobilitätsberatung
MOVE
unter www.mobilitaetsberatung.com oder Tel.: 0160-97428095.
Georg Schmitz führt wie beschrieben regelmäßig Kindergruppen
durch den
Kölner Hauptbahnhof. Dabei werden einige Bereiche vorgestellt,
die man sonst
als Fahrgast nicht so registriert. Einige Zahlen und Fakten hierzu
hat er
für die Rheinschiene einmal zusammengefaßt. Im Jahre 1859
wurde der erste
Bahnhof und die zweigleisige Dombrücke als erste Verbindung zur
rechten
Rheinseite in Betrieb genommen. Die Bahnsteighalle, ist mit den Abmessungen
260x90x30 Meter eine der größten in Deutschland und wurde
1894
fertiggestellt. Sie steht unter Denkmalschutz.
An die Bahnsteighalle wurde später in Richtung Rhein transparente
Vorhallendächer angebaut.
Die viergleisige Hohenzollernbrücke ersetzte 1911 die Dombrücke,
sie wurde
jedoch am Ende des 2. Weltkrieges zerstört und dann 1948 zweigleisig
und
1959 viergleisig wieder hergestellt. 1989 kamen für die S-Bahnstrecke
nochmals zwei Gleise hinzu. In den Kriegen wurde der Bahnhof jeweils
stark
beschädigt, bzw. teilweise zerstört. 1957 konnte dann ein
modernes
Empfangsgebäude mit großer Glasfassade eröffnet werden,
welches bei den
letzten Umbaumaßnahmen vorsichtig restauriert und saniert wurde.
Auch dieses
Gebäude steht heute schon unter Denkmalschutz.
Der Kölner Hauptbahnhof hat 11 Gleise. Die Bahnsteige sind bis
zu 520 Meter
lang und mit Buchstaben in verschiedene Bereiche unterteilt, damit
bis zu
drei Züge hintereinander stehen können. Nur so läßt
sich die große Zahl von
Fahrgästen überhaupt bewältigen. Fahrtreppen, Gepäckbänder
und Aufzüge
führen auf jeden Bahnsteig und an 28 Stationen stehen rund 300
Kofferkulis
zur Benutzung bereit. Der gesamte Betriebsablauf wird vom Zentralstellwerk
gesteuert und überwacht, welches man bei der Einfahrt in den Bahnhof
von
Westen kurz vor dem Hauptbahnhof sieht. Mit 115 Weichen und 270
Lichtsignalen, davon 100 sogenannten Hauptsignalen werden die Züge
sicher
"auf die Reise geschickt". Drei Fahrdienstleiter regeln den Lauf der
Züge im
Hauptbahnhof und zu den zahlreichen benachbarten Bahnhöfen hin.
Die
rechnergestützte Fahrgastinformationsanlage, die Kundenmonitore
auf den
Bahnsteigen und die große Anzeige in der Bahnhofshalle
werden ebenfalls von
hier aus bedient und es erfolgen die Ansagen durch die sog. Zugansager.
Seit
1990 wird auch der Betrieb auf der S-Bahn-Strecke zwischen Köln
Mülheim und
Köln Nippes vom Stellwerk Köln HBF aus gesteuert. Im Bahnhof
verkehren
täglich rund 1200 Züge, hinzu kommen Rangierfahrten. Da viele
Züge auch in
Köln beginnen oder enden erfordert dies weitere Betriebsanlagen,
die
Zugbildungsbahnhöfe. Linksrheinisch ist das der Betriebsbahnhof
und
rechtsrheinisch der Bahnhof Deutzerfeld. Hier werden Züge, Loks
und Wagen
nicht nur geparkt, sondern auch repariert, gewartet und gereinigt.
Während
diese Stellen sich um Bereitstellung und Fahrt der Züge kümmern,
sind andere
Verkaufs- und Servicestellen um das Wohl der Fahrgäste bemüht.
Seit 1994 ist
der Servicepoint in der Haupthalle zentrale Anlaufstelle für alle
Kunden mit
Fragen oder Problemen. Der gesamte Servicebereich wird in der 3 S-Zentrale
koordiniert. 3 S steht für Sicherheit, Sauberkeit und Service.
Zur
Unterstützung der Koordinationsaufgaben dieser Zentrale und zur
Steigerung
der Sicherheit (Prävention) ist der Kölner Hauptbahnhof mit
einer
Kameraüberwachungsanlage ausgestattet. Jede wichtige Ecke des
Hauptbahnhofs
und alle Rufsäulen auch in kleineren Bahnhöfen der Umgebung
lassen sich mit
einer Kamera beobachten.
Eine weitere Besonderheit ist die unterirdische Schließfachanlage.
Mit der
modernsten Anlage Europas werden Koffer in kürzester Zeit vollautomatisch
in
eine Abstellbox im 2. Untergeschoss befördert. Der Kunde bekommt
eine kleine
Karte mit einer Codierung und kann mit dieser Karte sein Gepäck
später
wieder abholen. Dabei ist es ganz egal, an welchem der 9 Automaten
das
Gepäck aufgegeben wurde, eine Abholung ist an jedem Automaten
möglich. Seit
der umfangreichen Umbau- und Modernisierungarbeiten vor einigen Jahren
ist
der Bahnhof nun auch ein großes und attraktives Einkaufszentrum
mit langen
Öffnungszeiten und reichhaltigem kulinarischen Angebot geworden!
Testen sie
es doch einfach mal in Ruhe bei Ihrem nächsten Besuch!
VCD Köln und Umgebung e.V.,
Wir danken Georg Schmitz, Vorstandsmitglied des VCD Aachen-Düren
für die Informationen.