Der Verkehrsclub Deutschland Köln und Umgebung unterstützt
die begrüßenswerte
Initiative der IHK zu einem Leitbild für die Stadtentwicklung
Kölns.
Doch wieso muss immer wieder in den Topf mit den verkehrspolitischen
Ansätzen der 50er und 60er Jahre gegriffen werden?
So fordert die IHK eine Innenstadt, die für den Autoverkehr "wieder"
attraktiv werden muss.
Man scheint dabei zu vergessen, dass auch ein Stadtbaumeister die Probleme
des
Individualverkehrs hier wie anderswo nicht in den Griff kriegen kann.
Nicht
die Straßen sind das Problem in Köln, sondern die Masse
an Autos, die auf
ihnen fahren. Um eine verbesserte Aufenthaltsqualität in Köln
zu erreichen
und auch schön gestaltete Plätze, wie sie sich die IHK wünscht
(und wir ja
auch!), muss man sie vom Autoverkehr befreien. Wer nimmt denn schon
gerne an
Autobahnen seinen Kaffee ein? (Am Place de la Concorde in Paris gibt
es
übrigens kein einziges Straßencafé - und selbst wenn,
es wäre dem Bankrott
geweiht!)
Leider vermissen wir bei den Vorschlägen der IHK eine entsprechende
Initiative für einen besseren ÖPNV in dieser Stadt. Denn
den hat sie bitter
nötig. Vielleicht wird dann auch die Illusion der 50er und 60er
Jahre über
eine autoattraktive Innenstadt endlich zu Grabe getragen.
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Köln und Umgebung e.V.