Pressemitteilung zur aktuellen Diskussionen um Niederflurbahnen
13.03.2001
VCD Köln begrüßt die Chance auf eine Erweiterung
des Niederflursystems in Köln
Es müssen aber noch viele Fragen beantwortet werden und die Nachteile
für die Fahrgäste müssen begrenzt werden.
Der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Köln und Umgebung
hat sich schon immer für das Niederflursystem in Köln eingesetzt
und begrüßt daher den von CDU/FDP und GRÜNEN beschrittenen
Weg. Es muss wertfrei geprüft werden, inwieweit es die Möglichkeit
der Erweiterung des Niederflursystems in Köln für einzelne Strecken
bis hin zu einem vollständigen Niederflursystem in Köln und Bonn
gibt.
Das grundsätzliche Ziel, ein netzweites und einheitliches Niederflursystem
in Köln einzuführen, ist zu begrüßen.
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Die Vorteile von einem flexiblen Netz sind außerordentlich.
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Neue Linie und Verbindungen sind möglich, die bisher durch die getrennt
Netze nicht möglich waren: So kreuzt die geplante rechtsrheinische
Ringstrecke auf der Frankfurter Straße die heutigen Linienflurstrecken
der 1 und 9. Im alten Hochflurnetz ist eine Verbindung von Neubrück
nach Mülheim nicht möglich, im Niederflurnetz schon. Oder der
Anschluss von Widdersdorf, von Ehrenfeld (Heute Hochflur) und von Weiden
(heute Niederflur) wäre in Zukunft mittels einer Ringbahn Ehrenfeld
– Widdersdorf – Weiden möglich.
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Die Niederflurbahnsteige sind stadtraumverträglich und die Probleme
des Höninger Weges oder der Linie 5 nach Ossendorf oder der 6 nach
Marienburg entfallen.
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Mit einem Niederflurnetz lassen sich Streckenerweiterungen viel besser
auch durch Wohngebiete und engere Räume ermöglichen als mit dem
Stadtbahnsystem. (z.B. Rondorf, Longerich – Esch – Pesch – Auweiler)
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Die Kosten für die noch anstehende Hochrüstung auf 90cm Nahnsteige
sind auch noch immens (fast alle Haltestellen der Linie 13 am Gürtel
stehen noch an Linie 4 ab Mühlheim bis Schlebusch, ab Ebertplatz nach
Norden Linie 18 und 12 und die Linie 5 nach Ossendorf und die Linie 12
nach Zollstock. Das ist nicht zu verachten!! Und die Kosten für die
U-Bahnsteige im zentralen Tunnel !
So haben heute 149 von 340 Bahnsteigkanten die 90cm Höhe, aber
129 haben nur 35 cm und 62 Bahnsteigkanten haben sogar noch weniger. Es
sind also noch 191 zu erhöhen. Diese Kosten fallen nicht an bzw. der
dafür vorgesehene Betrag kann für den Umbau der heutigen 90cm
Bahnsteige gebraucht werden. Dies wären schon mal mindestens 120
Millionen DM.
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Es gibt weiterhin keinen Zeitplan bis wann ALLE noch umzurüstenden
Haltestellen auf 90cm umgebaut werden. Bisher liegt nur ein Zeit- und Finanzierungsplan
für den zentralen Tunnel (Poststr.-Neumarkt-Appelhofplatz) vor. Die
vollständige Umrüstung zu 90cm Bahnsteigen wird noch viel Zeit
in Anspruch nehmen. Zeit, die auch für eine Umrüstung auf vollständige
oder teilweise Niederflur gebraucht wird.
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Ein endgültiger Beschluss zur Einführung von mehr oder
vollständigen Niederflursystem ist aber mit der Beantwortung noch
von vielen Fragen und Forderungen des VCDs verbunden:
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Es muss ein Zeitmaßnahmenplan erstellt werden für die
schnellstmögliche Einführung des niveaugleichen Einstiegs. Der
Vorteil für die Fahrgäste durch einen nieveaugleichen Einstieg
muss möglichst schnell und flächenhaft erreicht werden.
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Dabei sind auch die Außenbezirke mit einzubeziehen.
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Die dringende Notwendigkeit eines nivaugleichen Einstieges im zentralen
Tunnel muss durch Provisorien schnellstmöglich erreicht werden.
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Wie soll die Umstellung von Hochflurbahnsteigen auf Niederflurbahnsteigen
vor sich gehen - wie lange ist die Umrüstzeit und damit die Beeinträchtigung
für die Fahrgäste?
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Wenn im zentralen Tunnel auf 90cm provisorisch erhöht wird, und dann
alle Linie 3; 4; 12; 16 und 18 mit Stadtbahnwagen fahren, wie soll die
Einführung von Niederflur dann praktisch geschehen?
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Wie soll die Umstellung für die Linie 3 und 4 in Ehrenfeld, die Linie
19 auf der Amsterdamer Straße, der Linie 18 in Klettenberg, der Linie
16 ab Schönhauser Straße und im Mülheimer U-Bahntunnel
geschehen? Werden die Linie eingestellt beim Umbau? Oder die Bahnsteige
hälftig umgebaut und die Bahnen fahren dann nur mit einem Wagen? Welche
Auswirkungen ergibt sich für die Fahrgäste?
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Gibt es dann einen Tag X oder eine lange Zeit der Provisorien?
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Wird die Umstellung, da wo es möglich, ist auch zügig durchgeführt?
Die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit geben uns Anlass diese Befürchtung
zu äußern. So dauert es zwei Jahre um einen Aufzug am Neumarkt
einzubauen. Bahnsteiganhebungen wie bei der Haltestelle Am Emberg in Höhenhaus
dauern alleine nur in der Planung schon zwei Jahre.
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Was passiert mit den Stadtbahnstrecken nach Bonn über Brühl und
Wesseling?
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Werden die Umbaumaßnahmen wirklich im Sinne der Verbesserung für
die Fahrgäste und die Flexibilität vom Land gefördert? Und
wird die Bindungsfrist der alten Bahnsteige von 25 Jahre aufgehoben? Oder
überwiegen die Vorteile des einheitlichen Niederflursystems, dass
die Stadt Köln andere Wege ohne Zustimmung und Finanzierung des Landes
geht? Diese Finanzierung darf aber nicht auf Kosten von anderen Maßnahmen
im ÖPNV gehen?
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Bei allen Konzeptionen muss die schnellsmögliche effektive Umstellung
auf das Niederflursystem für die Fahrgäste im Vodergrund stehen
und die Leitlinie des Handels sein (und nicht die der Kosten)
Roland Schüler
Vorstand
VCD Köln und Umgebung e.V.