Weihnachten ist bei vielen Menschen Ebbe in der Kasse, weil man
sich zu große Wünsche erfüllt hat. Genauso ist es jetzt
in Köln beim U-Bahn- und Stadtbahnbau.
Nachdem Verwaltung, SPD und CDU mit dem Anhängsel FDP das Milliardengrab
Nord-Süd-U-Bahn für ca 700 Millionen Euro (ohne den Ausbau der
südlichen
Gürtelstrecke) auf den Weg gebracht hat, fehlt nun das Geld an
allen Ecken und Kanten. Nebenbei bemerkt, das Projekt wurde früher
auf 1 Milliarde DM beziffert (mit Gürtelbahn) und ist schon vor dem
ersten Spatenstich 400 Mill DM (200 Mill . Euro) teurer. Mal sehen wie
die Abrechnung 2010 aussieht.
Landesweit gibt es nur noch 26 Millionen Euro (2002) bis 176 Millionen
Euro (2006). Denn nicht nur Köln hat bei den U-Bahnprojekten fett
zugelangt, auch Düsseldorf, Essen Dortmund waren mit teuren Untergrundbahnen
dabei. Da wird viel Geld in Beton festgesetzt. Dies ist der eigentliche
Grund, weshalb vom vielen
Geld so wenig übrig bleibt. Die knappe Kasse des Landes macht
eine Erweiterung der Landesmittel für den Nahverkehr nicht möglich.
"Da hat Köln in der Vergangenheit den Mund zu voll genommen und jetzt
müssen die Fahrgäste es ausbaden" so Roland Schüler, Vorstandsmitglied
des VCDs Köln. Von den wenigen
Geld erhält Köln ja viel von den Finanzmittel für die
teure Nord-Süd-U-Bahn.
Und da bleibt wenig übrig. Und das wenige ist auch noch landesweit zu verteilen.
Armes Colonia, was kann es denn noch kriegen?
Auf jeden Fall keine weitere Straßenbahnen mehr. Der letzte Erfolg,
die Verlängerung nach Weiden mit knapp 50 Millionen DM jetzt über
10.000 Fahrgäste
täglich (früher im Bus 3.500) bleibt auf lange Zeit nicht
wiederholbar. Weder auf der Rechtsrheinischen Ringstrecke von Mülheim
bis Ostheim, der Verlängerung
der Linie 7 von Zündorf nach Ranzeler Straße und der Verlängerung
der südlichen Gürtelstrecke.
Gestrichen sind wichtige neue Haltestellen im Netz wie der Neubau der
Haltestelle Severinsbrücke (notwendig zur Erschließung des
Rheinauhafens), der Neubau der beiden Haltestellen der Linie 13 (Niehler
Str. und Boltensternstraße/Gürtel, seit 1990 vorgesehen) die
für die Fahrgäste sofort einen Nutzen haben.
Unverständlich ist die Streichung der Aufzüge Haltestelle
Neußer Str./Gürtel (und damit auch ein ebenerdiger Zugang) und
der Aufzüge Bahnhof Deutz/Messe
(der neue ICEHauptbahnhof ist dann nicht behindertengerecht)
All diese sinnvollen und dringend notwendigen Verbesserungen werden
in absehbarer Zeit nicht kommen. Zum Glück auch die unsinnigen wie
die Tieferlegung der Ost-West-Strecke und des Barbarossaplatzes.
"Der VCD hatte in jeder Stellungnahme zur Nord-Süd-U-Bahn immer daruf
hingewiesen, dass dann weitere
Maßnahmen für die Stadtbahn nicht möglich sind. PolitikerInnen,
Verwaltung und Öffentlichkeit hätten davon wissen müssen.
Jetzt scheiben sie den schwarzen
Peter zum Land. Aber die Kölner Entscheider haben die Priorität
auf die U-Bahn statt den Straßenbahnausbau gesetzt." so analysiert
Roland Schüler die eigentlich nicht neue Lage.
Der eigentliche Skandal liegt in der Priorität II versteckt
(nach Aussage der Verwaltung voraussichtlich erst nach 2006 möglich):
Die vom VCD und von vielen
Fahrgästen so wichtig erachtete Bahnsteiganhebungen NEUMARKT,
Dom/Hauptbahnhof, Appellhofplatz und Poststraße werden nicht realisiert.
Noch viele Jahre
müssen hunderttausend Fahrgäste in die Bahnen klettern und
für alle Mobilitätsbehinderten wird es weiter Probleme geben.
Dafür soll aber eine Straßenbahnverlängerung der Linie 1 nur für zwei Fußballweltmeister-schaftsspiele (Weiden Bonnstraße) gebaut werden, deren täglicher Nutzen ohne eine S-Bahnhaltestelle Bonnstraße sehr fraglich ist.
Die Erhöhung der Bahnsteige im zentralen Tunnel ist als bedeutsamste
Maßnahme anzusehen und gehört nach Auffassung des VCDs in die
höchste Priorität vor
allen anderen Überlegungen!
Mit freundlichen Grüßen
Roland Schüler
VCD Köln und Umgebung e.V.