Pressemitteilung : Kölner VCD warnt die Stadt vor konzeptlosem Sparen bei Bus und Bahn

Der Verkehrsclub Deutschland fordert den Rat der Stadt auf, die geplante Einschränkung des innerstädtischen Stadtbahn-Angebots zu stoppen.
 
Ab Dezember sollen auf den Ringen zu den meisten Zeiten nur noch zwei statt drei Linien verkehren (Linie 6 dann nur im Berufsverkehr). Weitergehend soll im Rahmen der Fortschreibung des Kölner Nahverkehrsplans beschlossen werden, auch noch die Linie 4 zwischen Ehrenfeld, Neu-markt und Deutz am Abend und am Wochenende still zu legen.

Die geplante Taktausdünnung trifft alle Kölner Fahrgäste. Sie führt zu erheblich längeren Wartezeiten - gerade für die vielen Umsteiger, die erst über eine der Innenstadt-Linien die Bahn zu ihrem Stadtteil erreichen. Eine Fahrt in den Kölner Nordosten würde durch die Kappung der Linie 4 zu-künftig zur Odyssee, die sogar ein mehrfaches Umsteigen erfordert.
Deren zeitweise Einstellung würde ferner äußerst hart den Freizeitverkehr treffen:
Konzert- Kino- und Kneipenbesucher, deren Ziele ja v.a. entlang der Linie 4 in Ehrenfeld, an den Ringen, in der Südstadt und in Deutz (Kölnarena) liegen, müssten bis zu 15, nach einer Veranstal-tung sogar bis zu 30 Minuten auf ihre nächste Bahn warten. Ausgerechnet die Hauptverbindung zwischen den kulturellen Zentren Kölns würde auf das Niveau einer Vorortbahn absinken.
Markus Meurer vom VCD-Vorstand: „Sparzwänge dürfen nicht dazu führen, dass Köln verkehrlich zur Provinz verkommt. Die Zeit lässt sich in Köln anders verbringen, als wartend in einer U-Bahn-Haltestelle“

Der VCD fordert ferner die Stadt auf, Kosten sparende Veränderungen beim  Busverkehr ausschließlich auf der Grundlage eines lokalen Buskonzepts zu beschließen. Vorhandene Linien schlicht seltener fahren zu lassen, verschreckt Fahrgäste und zeugt letztlich von Ideenlosigkeit.
Der VCD hat mit seinem Buskonzept für den Stadtbezirk Chorweiler bewiesen, dass ohne zusätzliche Kosten, allein durch eine bessere Abstimmung von Bus und Bahn erhebliche Verbesserungen erreichbar sind. „Es reicht jedoch nicht, ein solches Konzept mit dem Umweltpreis zu prämieren. Man muss es auch umsetzen!“.
 
 

07.11..2003


VCD Köln und Umgebung e.V.