Gestern wurde vom VRS und VRR der neue Tarif für den Verbundgrenzverkehr
vorgestellt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Köln
und Umgebung begrüßt jeden Schritt, der die unsinnigen Tarif-
und Verbundgrenzen aufhebt. Doch was jetzt vom VRS vorgestellt wurde, ist
eher eine Verschlimmbesserung.
Tausende von PendlerInnen und ÖPNV-Nutzer müssen mehr bezahlen:
1. Wegfall der Fahrscheine der DB und der Bahncard-Ermäßigung.
Bisher konnte von Köln zu den Großstädten Mönchengladbach,
Düsseldorf, Wuppertal ein Fahrschein der DB gekauft werden.
Der ist deutlich billiger als der jetzt vorgestellte Tarif. Besonders
hart trifft es die Kunden, die bisher mit Bahncard eine Ermäßigung
in Anspruch nehmen konnten. Da nützt es nichts, wenn ich vor Ort auch
noch Bus+Bahn nutzen kann, wenn der Kunde es nicht braucht.
Und bei der Bahncard war selbst mit einem gekauften teuren Einzelticket
noch billiger als heute. Sogar bei der Kombination VRS/VRR Fahrkarten war
es billiger und da ist Bus+Bahn mit drin. (7.35 Euro / neuer Tarif 8,50).Normalpreis
Köln-Düsseldorf 7,20 Euro neuer VRS-Tarif 8,50 Euro (bei Viererkarte
7,17 Euro).
ABER Bahncard 50: 3,60 Euro . Deutliche 4,90 Euro teurer. (gegenüber
der Viererkarte 3,57 Euro mehr) Eine Monatskarte DB (die Standardkarte
für PendlerInnen zwischen Köln und Düsseldorf) hat 141,-
Euro gekostet, der 5ü will 172,90 Der Vorteil der DB-Monatskarte gegenüber
den Verbundzeitkarten zu jedem beliebigen Tag zu beginnen, fällt auch
weg.
Aus der Anlage der verschiedenen heute gültigen Tarife können
sie erkennen, dass der neue Tarif deutlich teurer wird.
Der VCD fordert ab 01.02. 2005 die Anerkennung der Bahncard im Verbundgebiet
von VRS/VRR, wie es in anderen Verkehrsverbünden üblich ist.
2. Doppelt zahlen für Job- und SemesterticketbesitzerInnen ?
Die hohe Anzahl von Jobticket und SemesterticketbesitzerInnen im VRS
werden wohl doppelt zahlen.
„Job- und Semsterticket haben grundsätzlich im „großen Grenzverkehr“
keine Gültig-keit.“
Gibt es für diese Kunden ein passendes Angebot? Bisher ist darüber
nichts vom VRS gesagt worden.
Muss Er/Sie muss den vollen Preis von Köln nach Düsseldorf/Wuppertal/Mönchengladbach
zahlen, obwohl seine Karte bis Langenfeld/Rommerskirchen/Solingen gilt?
Bisher war es ab der Verbundgrenze möglich mit einem VRR-Fahrausweis
oder einem DB-Fahrschein nur die zusätzliche Strecke zu bezahlen.
Langenfeld-Düsseldorf zum Beispiel Bahnfahrt 4,20 Euro, mit Bahncard
2,10 Euro. Neuer Tarif: 8,50 Euro. Teuerung: 4,30 / 6.40 Euro
(und die anteiligen Kosten des Jobtickets).
Der VCD Köln und Umgebung hat schon früher und fordert angesichts
dieser Preissteigerung dringend ein Anschlussticket für Job-
und Semestertickets ab Verbundgrenze.
Dies ist in anderen Verkehrsverbünden üblich.
3. Völlig offen ist die Regelung für schnelle ZügeWer
es heute zwischen den Städten eilig hat und dafür auch zahlen
möchte, der konnte sich Zusatztickets zu seinen Monats- und Wochenkarten
kaufen.
Der Wegfall der Einzelzuschläge durch die DB hat ja vor zwei Jahren
schon zu massiven Protesten geführt. Aus allen Informationen ist nicht
ersichtlich, ob der Kunde für schnellere (und bequemere) Züge
überhaupt zusätzlich zahlen kann und wenn ja, wie viel.
Dabei ist die überhöhte Zuzahlung für die Kunden der
ersten Klasse im neuen Tarif leider ein deutlicher Hinweis, dass auch hier
deutlich der Preis erhöht wird.„Dieser neue Tarif bringt für
die Kunden eine deutliche Verschlechterung und hat viele Ungereimtheiten
und Ungerechtigkeiten ,“ so Roland Schüler vom Vorstand des VCDs Köln
und Umgebung in einer erste Einschätzung.
„Dieser neue Tarif ist kein Schritt nach vorne zur Auflösung von
Tarif- und Verbundgrenzen, sondern er hat neue Grenzschranken errichtet..
Wann kommt endlich der gemeinsame Tarif im Rheinland und Westfalen?“